05-08 September - Pinjarra - Riverdale Fresh: Reben, Matsch und “heavy metal”
Dienstag abend war ich noch schnell am TransWA-Schalter am Bahnhof, denn den Zug nach Pinjarra zu verpassen war keine Option, also: Australind 09:30 ab Perth, Liz holt mich dann ab - wunderbar.
Sonntag frueh (um 8 - nach den “Pub-hours” zuvor frueh) raus, duschen, packen, Ticket kaufen und ab in den Zug. Um 20 vor 11 war ich bereits in Pinjarra, der gross angekuendigte “historische Bahnhof” ist ganz grosses Kino und derzeit nicht zugaenglich ![]()
Zum Glueck war es ein sonniger Tag, Taschen abgestellt und ein paar Fotos geschossen, das Staedtchen angeschaut und das Wetter genossen.
Liz holte mich, wie verabredet, um halb 12 ab - und entschuldigt sich dafuer, dass ich warten musste… Fuer Puenktlichkeit entschuldigen war mir neu ![]()
Im Auto wartete bereits Aden, der 8 Monate alte Sohn von Liz und Robert, dem Besitzerpaar, auf mich. Schnell eingekauft im Supermarkt, kurzer Stop am Liquor Store (Feierabendbierchen) und ab auf den Vineyard.
Die Unterkunft erinnerte mich stark an Mt. Monger, nur dass ich hier neben einem eigenen Raum (Luxus! Mit Klimaanlage und Kuehlschrank!), auch noch ein Bad hatte, das ich nur mit dem Raum auf der anderen Seite haette teilen muessen - der war aber verwaist, also alles meins!
10 Minuten spaeter stand auch schon Robert vor der Tuer und nahm mich mit auf eine Tour durch den groessten Block des Vineyards - zig verschiedene Rebsorten, Reihe um Reihe. Gleich weiter zur “Grossbaustelle”, denn ein neuer Block fuer Trauben ist gerade im Entstehen begriffen und den Rest des Tages verbrachte ich damit sackrig schwere und scharfkantige Metallteile durch teilweise ueberaus hinterlistigen Matsch zu ihrem Bestimmungsort zu schleifen. Eins fuer links, eins fuer rechts, eins fuer die Mitte an jeden der Pfosten. Tsubasa bohrte die noetigen Loecher, ich verteilte die Dinger, Tim (der Manager) und Minoru brachten sie an.
Um 6 war Feierabend - selten eine Dusche so noetig gehabt. Danach lernte ich auch Tims Frau und ihren 7 Monate alten Sohn Chase kennen, die uebergangsweise auch hier leben, da ihr zuvor bewohntes Haus schneller verkauft wurde, als neuer Wohnraum beschafft werden konnte. Zum Abendessen bereitete ich mir ein Schnitzel, Caesars Salad und Knoblauchbaguette zu. Info: Aussies wissen nicht, wie ein Schnitzel zu schmecken hat! Dank Bier, Couch und TV war ich ziemlich schnell “bettschwer”.
Am naechsten Morgen ging’s fuer Tim und mich um 8 los, da waren Tsubasa und Minoru bereits seit einer Stunde tuechtig - same procedure as yesterday.
Bis Tsubasa das Transportquad (und mein neues Lieblingsspielzeug) samt Anhaenger im Matsch versaenkte kamen wir praechtig voran, doch guter, alter Muskelkraft sei dank war auch das Problem bald behoben - alles abladen und danach schieben was das Zeug hielt - knietief im Matsch stach ich auch nicht alle Tage *g*. Gegen halb 3 ist alles geschafft - Mittagspause.
Noch 1 1/2 Stunden zu ueberbruecken, also schraubten Tim und ich ein paar Teile fuer die Bewaesserungsanlage im neuen Kiwiblock zusammen und richteten ein paar Draehte im alten Weinblock. Feierabend!
Tsubasa und Minoru waren bereits fleissig am packen. Mit dem Abschluss der Arbeiten am neuen Block hatten die beiden ihr Ziel erreicht und genug Geld fuer den Heimflug zusammen. Mein Abend bestand aus “Inspector Rex” (in Oesi-Deutsch mit englischen Untertiteln - auch interessant), Essen kochen und den Clown fuer Chase spielen, der mich wohl etwas ungewoehnlich fand und mich kaum aus den Augen liess. Vermutlich dachte er sich: “Komisch! Lange Haare wie Mama, aber mit Bart wie Papa…” Anyway - Spass hatten wir. Besonders meine “Oink”-Geraeusche zu den Schweinen in seinem Bilderbuch amuesierten ihn ausserordentlich. Nebenbei versuchte ich noch ihm ein bisschen Deutsch beizubringen, erntete dafuer jedoch ausnahmslos skeptische Blicke
Der Freitag schien fruehmorgens wettertechnisch ziemlich gut zu werden. Der Plan sah vor, die Front eines neuen “Sheds” fuer die Bewaesserung des Kiwiblocks anzubringen. Ging auch fuer eine knappe Stunde gut, doch dann zog eine gewaltige Wokenfront auf, die uns erstmal durchnaesste. Zurueck zum Homestead, wo Robert nach einem Blick auf das Wetterradar entschied, dass erstmal Pause sei. Nach einer Stunde wieder raus und das Spiel begann von vorn. Wieder zum Nichtstun verdonnert. Zurueck zum Haupthaus - inzw. waren uns auch die Trennscheiben fuer die Flex ausgegangen, also neue Arbeit finden. Da die komplette Pump- und Filteranlage fuer die Kiwis bereits angeliefert worden war mussten wir nicht lange suchen - das Zeug musste schliesslich in den neuen Shed, also das Filtersystem auseinander schrauben und auf den Anhaenger laden. Einige Fahrten spaeter hatten Robert und ich (Tim musste uns zwischenzeitlich verlassen, Haus besorgen, da er nicht ewig mit Family im Container leben moechte) alles soweit zusammen und setzten den Filter wieder zusammen. Robert wollte eigentlich noch mehr verbinden und anschliessen, entschied dann aber nach eingehender Untersuchung aller vorhandenen Einzelteile, dass am Montag der Bloke, der das System entworfen hatte, Riverdale einen Besuch abstatten darf. Viel Spass beim Zusammensetzen!
Dank einem neuerlichen Regenschauer, der uns im Shed gefangen hielt erzaehlte Robert ein wenig von seinen Reisen und den Plaenen fuer die Zukunft. Allein mit den aktuell im Bau befindlichen Bloecken (Kiwi und Trauben) wird sich sein bedarf an Saisonarbeitern, den er hauptsaechlich mit Backpackern deckt, auf ca. 30 verdoppeln und das zu verschiedenen Zeiten des Jahres. Allein die Traubenlese zieht sich von Januar an ueber etwa 3 Monate hin. Die Bezahlung ist hier auch ueberdurchschnittlich attraktiv, denn es gibt knappe 17 Dollar pro Stunde plus 2 Dollar pro abgelieferter Kiste - 140 Dollar pro Tag sind so locker drin - Toppfluecker verdienen wohl um die 180 AUD pro Tag!
Zurueck in unserem Domizil alberte ich erstmal mit Chase herum, bevor die West Coast Eagles (das Team aus Perth und damit fuer den ganzen Grossraum) tragisch im ersten Finalsspiel von Port Adelaide besiegt wurden.
Letzte Nach in meiner Luxusherberge.
Heute morgen noch schnell eine Maschine Waesche angeschmissen, bevor Robert mich mit bis Armadale nahm, doch leider verzoegerte sich unsere Abfahrt erheblich, da ein Hightechgeraet von Waschmaschine eines renomierten japanischen Herstellers sich eine Viertelstunde lang nicht entscheiden konnte, ob die Restlaufzeit nun 6 oder 7 Minuten betruege. Irgendwann hatte sie sich dann aber doch dazu durchgerungen mir meine Waesche wieder zu geben. Wunderbarerweise hat das YHA Trockner.
Die Rueckfahrt gestaltete sich ueberaus entspannt, insbesondere dank Geschichten ueber die verschiedensten fahrbaren Untersaetze ehemaliger Backpacker.
Fuer 4.90 AUD brachte mich TransPerth zurueck “nach Hause” - an der Rezeption des YHA kennt mich inzw. jeder mit Namen. Ich bekam meine Schluesselkarte zwischen dem Check-In anderer Gaeste mit einem “Hi David!” in die Hand gedrueckt - ich werd’s vermissen ![]()
Fuer meine arg mitgenommenen Jeans war ich dann noch auf der Suche nach Ersatz und wurde auch fuendig - 25AUD fuer eine Levis (reduziert, keine Thailand-Levis *g*). Das Schnaeppchen muss ich jetzt nurnoch kuerzen und umnaehen - nicht so einfach ohne adaequate Schere und v.a. Naehmaschine - werd’ ich wohl noch Ausschau nach einem Schneider halten muessen, denn Mami is leider ziemlich weit weg
Morgen geht’s mit Anissa ins Hinterland und die kommenden Tage werde ich in der Zentrale von Western Xposure verbringen und mich mit meinem Mentor und Mit-Reiseleiter Bob auf die dreiwoechige Perth-Darwin-Tour einer deutschen Gruppe vorbereiten - ich muss zugeben, dass ich ein wenig aufgeregt und furchtbar gespannt bin. Donnerstag geht’s los. Ich freu mich drauf!
An letzter Stelle: Sorry fuer den Titel, der is wirklich furchtbar schlecht, aber ich konnte mich bei dem “Wahnsinnswortspiel” einfach nicht beherrschen - schreibt die 5 Euro fuer die Wortspielkasse auf meinen Deckel ![]()


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